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Humic Substances Based Products
Humintech GmbH
Am Pösenberg 9-13
D-41517 Grevenbroich

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Leonardit?

Bei Leonardit handelt es sich um eine Kohle von niedrigem Inkohlungsgrad, die aus prähistorischem Pflanzenmaterial entstanden ist. Bei zu Tage tretenden Braunkohlevorkommen wird es in der Regel sehr nahe an der Oberfläche gefunden. Leonardit unterscheidet sich von Braunkohle durch den hohen Oxidationsgrad und die höherwertigen Carboxylgruppen. Das Vorhandensein großer Mengen an lebenden Bakterien bewirkte, dass in bestimmten Sedimentationsschichten Leonardit statt Kohle gebildet wurde. Als komprimierter natürlicher Humus, der durch mikrobielle Aktivität stark abgebaut wurde, verfügt Leonardit über einen hohen Gehalt an Huminsäure – einer der biochemisch aktivsten Substanzen. Leonardit enthält im Schnitt etwa 75–90 Prozent organischen Materials. Der Gehalt an Aluminium, Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel, Eisen und Kalzium liegt bei weniger als einem Prozent. Leonardit wird als natürliches Material abgebaut. Innerhalb einer Lagerstätte ist die Zusammensetzung des Leonardits sehr homogen; die Qualität der Leonardite verschiedener Lagerstätten kann sich jedoch stark unterscheiden.

Was sind Humate?

Die Natrium-, Kalium- und Ammoniumsalze der Huminsäuren, die durch alkalische Extraktion aus Leonardit gewonnen werden, bezeichnet man als Humate. Natriumhumate werden beispielsweise als Druckfarben verwendet. Die Kaliumhumate kommen hingegen in der Landwirtschaft und im Gartenbau zum Einsatz. Nur sie sind vom Organic Materials Review Institute (OMRI) für die ökologische Landwirtschaft zugelassen worden.

Was sind Huminsäuren?

Huminsäuren sind komplexe organische Moleküle, die durch den Abbau von organischen Stoffen im Boden gebildet wird. Sie sind die Hauptfraktion der natürlichen Huminstoffe und fungieren als biologisches Zentrum im Boden. Es ist der Sammelbegriff für Huminsäure und Fulvosäure.

Wie wirken Huminsäuren?

Huminsäuren stimulieren und fördern das Pflanzenwachstum und führen somit zu höheren Ernteerträgen. Huminsäuren verbessern die Bodenstruktur und steigern das Wasserrückhaltevermögen. Um beim Ackerbau die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten, muss organisches Material bzw. Humus zugeführt werden. Dies kann durch die direkte Zugabe von Huminsäuren erfolgen, die eine zusätzliche Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit bewirken.

Wie wird das erreicht?

Die wichtigste Eigenschaft der Huminsäuren ist ihre Fähigkeit, Ionen zu binden und durch biochemische Reaktionen zu chelatisieren. Dadurch werden die Nährstoffe leichter für die Pflanzen verfügbar, sodass das Wachstum der Pflanzen gefördert wird. Huminsäuren wirken auf dreierlei Art auf Boden und Pflanzen ein: Sie verbessern die Bodenstruktur, erhöhen durch chemische Prozesse die Fixierungseigenschaften des Bodens und regen den Stoffwechsel der Pflanze sowie die Aktivität der Mikroorganismen an.

Sind Huminsäuren Komplexbildner?

Ja, Huminsäuren wirken als natürlicher Chelator für im Boden befindliche Spurenelemente und Nährstoffe. Die Chelatisierung der Makro- und Mikronährelemente hat eine verbesserte Nährstoffaufnahme durch die Pflanzen zur Folge. Ohne das Vorhandensein von Chelaten liegen Eisen-, Kupfer-, Zink- und Manganionen (neben weiteren Spurenelementen) als unlösliche Hydroxide vor. Die Huminsäuren halten die Spurenelemente in Lösung und damit für die Pflanze verfügbar.

Verändern Huminsäuren die Mobilität von Metallen im Boden?

Huminsäuren können in gewachsenen Tonschichten eine wichtige Rolle bei der (Im-)Mobilisation (Komplexierung) toxischer Metallionen spielen. Ein Beispiel dafür sind Radionucleoide, die sich in geologisch tief gelegenen Untertage-Abfalldeponien für hochradioaktiven Abfall befinden.

Um ein besseres Verständnis zu gewinnen, wurden die Einflussfaktoren des Sorptionsverhaltens von Eu3+ und Gd3+ -Ionen – als homolog zu den Actiniden Am und Cm – unter verschiedenen Bedingungen untersucht. (Kautburger, Ralf; Beck, Horst P.: „Waste Disposal in Clay Formations: Influence of Humic Acid on the Migration of Heavy-Metal Pollutants“)

Es wurden die Effekte der Metalladsorption unter Einfluss von Huminstoffen auf die Metalldesorption von Tonmaterialien untersucht.

Die Desorption von Metallen tritt in Tonschichten auf, als Folge der Versauerungsprozesse im Boden. Im Allgemeinen wird der Desorption in Gegenwart von Humus entgegengewirkt. Für alle untersuchten Tonmaterialien wurde eine höhere Adsorption von Metallen an Huminsäuren in neutralen und sauren Bodensystemen festgestellt. Ein allgemein verwendeter Verbundansatz (linear additives Modell) wurde auf Eignung bei der Rekonstruktion der Fest-Flüssig-Verteilung von Metallen in ternären Systemen (Metall/Huminsäure/Ton) auf der Grundlage von Daten für binäre Teilsysteme getestet. Das Modell kann qualitativ den Einfluss von Huminsäure als Funktion des pH-Werts erläutern, jedoch fehlt noch der quantitative Nachweis. Es scheint, dass die Elementarprozesse (Metalladsorption, Metall-Huminsäure-Komplexierung; Huminsäureadsorption) nicht als unabhängig voneinander betrachtet werden können.

Entnommen aus: Lippold, H., Lippmann-Pipke, J.: „Effect of humic matter on metal adsorption onto clay materials: Testing the linear additive model“

Zusammenfassung:

Einfluss von Huminstoffen auf das Migrationsverhalten radioaktiver und nichtradioaktiver Schadstoffe unter naturnahen Bedingungen

Es wurde das Wechselwirkungsverhalten von Huminsäuren mit Uran (V1) sowie der Einfluss von Huminstoffen auf das Migrationsverhalten von Uran untersucht. Einen Schwerpunkt der Arbeiten bildete die Synthese von vier verschiedenartigen Huminsäuremodellsubstanzen sowie deren Charakterisierung im Vergleich zur natürlichen Huminsäure von Aldrich. Eine radiometrische Methode zur Bestimmung funktioneller Gruppen wurde neben herkömmlichen Methoden zur Bestimmung der Huminsäurefunktionalität eingesetzt. Die Modellhuminsäuren zeigen mit natürlichen Huminsäuren vergleichbare funktionelle und strukturelle Eigenschaften. Zur Bestimmung des Einflusses phenolischer OH-Gruppen auf das Komplexbildungsverhalten von Huminsäuren wurden modifizierte Huminsäuren mit blockierten phenolischen OH-Gruppen synthetisiert. Ein Syntheseverfahren für 14c-markierte Huminsäuremodellsubstanzen mit hoher spezifischer Aktivität wurde entwickelt. Das Komplexbildungsverhalten synthetischer und natürlicher Huminsäuren mit Uran (V0) wurde mittels Röntgenabsorptionsspektroskopie, laserinduzierter Fluoreszenzspektroskopie und FTR-Spektroskopie untersucht. Es wurde nachgewiesen, dass die synthetischen Huminsäuremodellsubstanzen ein mit natürlichen Huminsäuren vergleichbares Wechselwirkungsverhalten gegenüber Uran (V1) zeigen und somit die Funktionalität der natürlichen Analoga gut simulieren. Erstmals wurde unter Verwendung einer modifizierten Huminsäure der Einfluss phenolischer OH-Gruppen auf das Komplexbildungsverhalten von Huminsäuren untersucht. Im Rahmen von laserspektroskopischen Untersuchungen zur Komplexierung von Aldrich-Huminsäure mit Uran (V1) bei pH 7 wurde die Bildung eines Uranylhydroxyhumat-Komplexes nachgewiesen. Das Migrationsverhalten von Uran in einem sandigen, huminstoffreichen Grundwasserleiter wurde in Säulenexperimenten untersucht. Ein Teil des Urans wird ungehindert huminstoffgebunden durch das Sediment transportiert. Das Migrationsverhalten von Uran wird stark durch kinetisch kontrollierte Wechselwirkungsprozesse mit den Huminstoffkolloiden beeinflusst.

Der Einfluss von Huminsäuren auf die Sorption von Uran an Phyllit wurde in Batchexperimenten mit zwei verschiedenen Huminsäuren untersucht. Die Sorption von Uran an Phylit wird durch das vom pH-Wert abhängige Sorptionsverhalten der Huminsäuren beeinflusst. 

Autoren:Susanne Pompe, Marianne Bubner, Katja Schmeide, Karl Heinz Heise, Gert Bernhard, Heino Nitsche

Sind Huminsäureprodukte Dünger?

Huminsäuren düngen den Boden nicht wie herkömmliche Mehrnährstoffdünger, sind aber mit diesen mischbar. Die Huminsäuren verbessern die Verfügbarkeit von Nährstoffen und sorgen damit für eine ausgewogene und bedarfsgerechte Pflanzenernährung.

Warum sollten Gärtner und Landwirte Huminsäuren einsetzen?

Wenn Huminsäuren von den Pflanzen in möglichst frühen Kulturstadien aufgenommen werden, zeigen sich die besten Ergebnisse: 

  • Verstärkte Zellteilung, besseres Wurzelsystem, höhere oberirdische Biomasse
  • Vermehrte Fotosyntheseprodukte, verbesserte Pflanzenatmung

Huminsäuren... 

  • sind natürliche Nährstoffchelatoren, insbesondere unter alkalischen Bedingungen
  • wandeln Elemente in pflanzenverfügbare Nährstoffe um
  • erhöhen die Eisenverfügbarkeit
  • erhöhen die Durchlässigkeit der Cutikula
  • vermindern Pflanzenstress und 
  • erhöhen die Erntequalität
Welche landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Kulturen werden durch Huminsäuren gefördert?

Durch entsprechende Versuche wurde gezeigt, dass Huminsäuren in allen landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen eingesetzt werden können. Da es sich um biologische Systeme handelt, ist der Einsatz von Huminsäuren von Wetter-, Wasser- und Bodenbedingungen abhängig. Huminsäuren vermindern die Wirkungen, die die Stressfaktoren Wärme und Wassermangel auf die Pflanze ausüben.

HUMINTECH GmbH

Humintech ist ein Biotechunternehmen mit Sitz in Grevenbroich. Unser Fokus liegt auf der Erforschung, Entwicklung und industriellen Produktion von 
Huminstoffen und Huminsäuren für den Landwirtschaftssektor. Unsere Produkte finden außerdem Verwendung in der Futtermittel-, Pharma- und
Bauindustrie, der Veterinärmedizin und bei ökologischen Anwendungen wie etwa der Wasserreinigung und Bodensanierung.

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