Huminsäuren  

TIERZUCHT

Huminsäuren können erfolgreich als Zusatz in Tierfutter verwendet werden. Verschiedene weltweit durchgeführte Forschungsstudien zeigten nur positive Ergebnisse nach Einsatz von Huminsäuren als organische Futtermittelbestandteile. Erhöhtes Lebendgewicht der Tiere, verbesserte Wachstumsraten, erhöhte Futteraufnahme, verbesserter Futterverwertungsquotient und eine stärkere Widerstandskraft gegen Krankheiten sind die am häufigsten festgestellten Ergebnisse dieser Versuche. Durch die Stärkung des tierischen Immunsystems, insbesondere von Jungtieren, reduzieren Huminsäuren die Häufigkeit von Darmerkrankungen und Durchfall.

Die Erhöhung der weltweiten Massenproduktion bei der Tierhaltung hat unerwünschte Auswirkungen auf die Natur der Tiere; z.B. auf die natürliche Entwicklung der Tiere und ihr Immunsystem. An erster Stelle werden Vitamine, gefolgt von Antibiotika und schließlich Hormone intensiv als Wachstumsförderer in der Tierproduktion eingesetzt. Die negativen Auswirkungen der Wachstumsförderer auf die tierische und menschliche Gesundheit sind durch verschiedene Studien und konkrete Fälle nachgewiesen worden. Folglich gibt es derzeit eine verstärkte Suche nach natürlichen Wachstumsförderern, die keine nachhaltig negativen Auswirkungen haben.

In Folge des steigenden Verbraucherdrucks und insbesondere Nachweise über zunehmende Antibiotikaresistenz, ist ein Verbot der Verwendung von Antibiotika als Wachstumsförderer in der Tierernährung bereits in Deutschland erlassen worden. Im Jahr 1998 hatte die Europäische Union die Verwendung von Antibiotika aus der Humanmedizin, eingesetzt als Wachstumsförderer in der Tierproduktion, verboten.

Es gibt beträchtliche Beweise, dass die antibiotischen Wirkstoffe zu Resistenzen bei Organismen führen. Die zunehmende Zahl der Mikroorganismen, die gegenüber Antibiotika resistent werden, lässt die Gefahr der Zunahme von zuvor behandelbaren Infektionskrankheiten wachsen. Der übermäßige Einsatz von Antibiotika nicht nur in der Humanmedizin sondern auch in der Tierfütterung ist die Hauptursache der antibiotikaresistenten Erkrankungen bei Menschen in Folge der Belastung von Lebensmitteln mit Antibiotika.

Fast 80% der heute in der Tierhaltung verwendeten Antibiotika werden nicht verwendet, um kranke Tiere zu behandeln, sondern lediglich um ein effizientes Wachstum der Hühner, Kühe und Schweine zu fördern.

Ähnlich wie Antibiotika, kann die Verwendung von Hormonen in der Tierernährung auch direkte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch deren Rückstände in tierischen Erzeugnissen hinterlassen. Bis heute sind diese Effekte aber noch nicht gründlich untersucht worden.

Es gibt derzeit eine ganze Reihe von Tierfuttermitteladditiven auf dem Markt, die keine antimikrobiellen Substanzen oder Hormone enthalten. Dies sind vor allem Probiotika, Präbiotika, Pflanzenextrakte und organische Säuren, die derzeit eine Renaissance erleben, nachdem die Antibiotika in der EU verboten worden sind. Diese Substanzen jedoch weisen gewisse Defizite in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Tiergesundheit und die Wachstumsförderung auf.

Probiotika haben keinen anderen Zweck als die Bereitstellung von nützlichen Mikroorganismen ergänzend zur natürlichen Mikroflora des Verdauungssystems. Ferner unterstützen die Präbiotika auch Entwicklung der Mikroflora. 

Pro- und Präbiotika haben weder eine erwiesene Wirkungen auf das Immunsystem der Tiere noch haben sie eine adstringierende Wirkung auf die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakt. Sie haben auch keine antibakterielle oder antivirale Wirkung gegen Erreger. Verschiedene Leistungsstudien haben gezeigt, dass die Anwendung von Pro- und Präbiotika auch keine Auswirkungen auf das Wachstum der Tiere haben. Pflanzenextrakte sind vermutlich vorteilhaft für das Verdauungssystem, aber ihr Funktionsmechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt und jedes Produkt wirkt anders. Jedenfalls zeigen organische Säuren bessere Ergebnisse als Schutzmittel und nicht als Wachstumsförderer.

Huminsäuren als Tierfutterzusatz
Die Verwendung von Huminsäuren in Futtermitteln weist eine Reihe von Vorteilen für die Tiergesundheit und für ein gesundes Wachstum auf. Huminsäuren hemmen das pathogene Bakterienwachstum und das Wachstum von Schimmelpilzen und führen zu einer Verminderung der Mykotoxine. Sie verbessern die Proteinverdauung und erhöhen die Kalzium und Spurenelementaufnahme. Huminsäuren verbessern die Darmgesundheit, die Nahrungsaufnahme, den Ernährungszustand und die Aktivität des Immunsystems der Tiere.

Huminsäuren verbessern die Diätverträglichkeit durch Stabilisierung des optimalen pH-Wertes im Darm, was zu geringerer Stickstoffausscheidung und weniger Geruch führt. Durch die Verbesserung der Verdaulichkeit und Nahrungsverwertung, verbessern die Huminsäuren die Magen- und Darmgesundheit der Tiere. Daraus folgt, dass neben der Verbesserung der physischen Gesundheit und der geringeren Kosten für Medikamente, Huminsäuren auch eine positive Auswirkung auf die Umwelt durch geringere Emissionen haben.

Wenn Antibiotika durch Huminsäuren als Wachstumsförderer in der Tierernährung ersetzt werden, dann wird Leistung der Tiere nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil, die Leistungsfaktoren (tägliche Lebendgewichtszunahme, Futteraufnahme, Futterverwertung und eine leichtere Verdauung) der Tiere verbessern sich erheblich.

Tests haben gezeigt, dass die Verwendung von Huminsäure als Tierfutterzusatz zu einer erhöhten Milchproduktion und einem erhöhten Butterfettgehalt bei Milchkühen führen. Die Verwendung von Huminsäuren führt auch zu verbesserter Futtereffizienz, verringerten Futterkosten, reduzierter Fliegenpopulation und geringeren Kosten bei der Insektenbekämpfung. Darüber hinaus erhöhen sich die Absetzgewichte und es wurde eine schnellere Gewichtszunahmen bei Milchkühen beobachtet, während Durchfallerkrankungen sich stark verminderten. Insgesamt erhöhen Huminsäuren die Widerstandsfähigkeit des Tieres gegen den Stressfaktor Hitze.

Eines der vorteilhaften Wirkungen von Huminsäuren bei Tieren ist die gesteigerte Immunsystemreaktion. Durch die Verbesserung der Immunfunktionen im Tier sind Huminsäuren in der Lage, das Auftreten von Durchfall und anderen Verdauungsstörungen in erheblichem Maße zu reduzieren und es werden die Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger wie z.B. E. coli verbessert.

Beobachtete Effekte von Huminsäuren auf Tiere
Huminsäuren legen sich auf die Schleimhäute ab und weisen eine adstringierende Wirkung auf, da Sie in der Lage sind, einen Schutzfilm auf dem Schleimhautepithel des Magen-Darm-Traktes gegen Infektionen und Toxine zu bilden. 

Die makrokolloidale Struktur der Huminsäuren sorgt für eine gute Abschirmung auf der Schleimhaut des Magens, des Darms, der peripheren Kapillaren und der beschädigten Schleimhautzellen. Als Ergebnis dieses Prozesses wird die Resorption toxischer Metaboliten verringert oder vollständig verhindert, insbesondere nach Infektionen, bei Rückständen von schädlichen Substanzen in Tierfutter oder bei Umstellung auf anderes Futter. Außerdem tragen Huminsäuren dazu bei, übermäßigen Wasserverlust über den Darm zu verhindern.

Antibakterielle und antivirale Effekte
Huminsäuren haben die Fähigkeit durch antibakterielle und antivirale Wirkung den Protein- und Kohlenhydratstoffwechsel der Mikroben, insbesondere durch katalytische Wirkung, zu beeinflussen. Dies führt zu einer direkten nachhaltigen Wirkung auf Bakterienzellen oder Viruspartikel. Ein zweiter Mechanismus betrifft die interionischen Bindungen von hochmolekularen Proteinfraktionen (Toxine) der infektiösen Mikroben. Ihre toxische Wirkung auf physiologische Prozesse von Schleimhautzellen wird erheblich geschwächt oder sogar vollständig blockiert.

Entzündungshemmende Effekte
Dermale, orale oder subkutane Anwendung von Huminsäuren haben eine hemmende Wirkung auf Entzündungen. Die Fähigkeit, Entzündungen zu hemmen, wird auf die Flavonoid-Gruppen zurückgeführt, die in Huminsäuren enthalten sind.

Antiresorptive und adsorptive Effekte
Die hochmolekularen Huminsäuren bleiben fast ausschließlich nach der enteralen Anwendung im Magen-Darmtrakt (es gibt keine Selbst Resorption), denn die antiresorptive und adsorptive Wirkung findet dort statt, wo sie gebraucht werden: Im Verdauungstrakt. In erster Linie werden kationoide Noxen (Proteintoxine, giftige Stoffe) festgelegt, deren Resorption deutlich reduziert oder sogar vollständig verhindert und deren Beseitigung durch Faezesausscheidungen gefördert wird. Die Adsorption durch Huminsäuren weist nicht nur physikalische und chemische Reaktionen auf, denn auch die Komplexbildung und der Ionen -Austausch ist intensiver und dynamischer im Vergleich zu reinen physikalischen Adsorbentien.

Wirkungen auf das Immunsystem
Huminsäuren stimulieren die Widerstandskräfte des Körpers und führen zu einer Zunahme der Phagozytose-Aktivität. Es wird eine Induktor-Wirkung von Phenolkomponenten (Gruppen) der Huminsäuren angenommen, die für die immunologische Wirkungen verantwortlich ist, und bildet damit die Basis für den Erfolg der Behandlung der sogenannten Faktorenerkrankungen bei jungen Tieren. 

Ergotrope Wirkungen
Die Stabilisierung der Darmflora durch Huminsäuren sorgt für eine verbesserte Nährstoffumwandlungsrate (FCR, verbesserte Futterverwertung). Dies führt, ohne Erhöhung der Futtermenge, zu einem Anstieg des Lebendgewichts der Tiere.

Huminsäuren sind rein natürlich
Der Einsatz von Huminsäuren im Tierfutter schließt jede Möglichkeit von Antibiotika-Rückständen oder mikrobieller Resistenz beim Tier aus. Gleichzeitig wird als Folge einer höheren Nahrungsumwandlungsrate und einer verbesserten Absorption von Stickstoff durch das Tier, der Stickstoffgehalt in der Gülle und damit der Güllegeruch reduziert.