Glossar

Leonardite

Leonardite sind organische Materialien, die noch nicht das Stadium der Kohle erreicht haben. Sie unterscheiden sich von Weichbraunkohle durch einen höheren Oxidationsgrad beim Inkohlungsprozess (Moor > Torf > Kohle), durch einen höheren Huminsäuregehalt und eine höhere Anzahl Carboxylgruppen. 
Seit man hohe Huminsäurekonzentrationen in der Weichbraunkohlenschicht entdeckt hat, ist die kommerzielle Produktion drastisch gestiegen.
Leonardite sind das Resultat eines bis zu 70 Millionen Jahre dauernden Humifizierungsprozesses. Im Unterschied zu anderen organischen Huminsäurequellen sind Leonardite durch ihre Molekülstruktur hochgradig bioaktiv – bis zu fünfmal mehr als übliche Humusstoffe. Damit entspricht ein Kilogramm Leonardit etwa fünf Kilogramm anderer organischer Huminsäurequellen.
Leonardit ist kein Düngemittel. Es wirkt als Bodenverbesserer, als Biokatalysator und als Biostimulant für Pflanzen. Im Vergleich zu anderen organischen Produkten fördert Leonardit im besonderen Maße das Pflanzenwachstum (Biomasseproduktion) und die Bodenfruchtbarkeit.
Ein weiterer Vorteil von Leonardit ist seine Langzeitwirkung. Es wird langsamer abgebaut als beispielsweise Stalldung, Kompost oder Torf, weil es mehr organische Masse enthält, die gleichzeitig beständiger gegen Destruenten ist.