Das Hydrosaat-Verfahren wird bei der Begrünung von Problemflächen angewandt. Als Problemflächen sind Flächen, die sich nicht von selbst mit einer schützenden Vegetationsdecke bedecken können, da sie sich entweder auf künstlich hergestellten oder veränderten Standorten befinden. In der Landwirtschaft entstehen solche Flächen u.a. durch Abfallwirtschaft, Abwasserwirtschaft, Bergbau, Deponiebau und Flurbereinigung. Durch Naturkatastrophen wie z.B. Überschwemmungen und Vulkanausbrüche können solche Problemflächen als Folge von Erd-, Schlamm- oder Ascheablagerungen ebenfalls entstehen. Da besonders Standorte ohne eine dichte Pflanzendecke der Erosion unterworfen sind, wird das Hydrosaat-Verfahren hier besonders erfolgreich angewandt. Durch das Hydrosaat-Verfahren ist innerhalb weniger Wochen (im Durchschnitt 2-4 Wochen) eine Begrünung möglich.
Hauptaufgaben der Begrünungsverfahren sind u.a.:
- das Schaffen der Voraussetzungen für die Dauerhaftigkeit, lebensfähiger Vegetationsdecken
- eine Verhinderung der Bodenerosion durch Wasser und Wind auf gefährdeten Standorten
- die Verbesserung von Struktur und Textur (Scherfestigkeit) bei instabilen Bodenoberflächen
- Verhindern von Nutzungsschäden von Natur und Landschaft
Durch die Verbesserung der Bodenverhältnisse werden je nach den herrschenden Standortverhältnissen die Keimung der Ansaat und das Wachstum der jungen Sämlinge überhaupt erst ermöglicht oder zumindest wesentlich gefördert.
Hydraulische Ansaaten erfolgen meist unter Verwendung von Bodenimpfstoffen sowie Zuschlagstoffen und Bodenaktivierungsmittel, entweder auf Huminstoff- (Kalium-Humat), Alginat- oder Hydrosilikat-Basis als.
Wie geht der Hydrosaat-Prozess vor sich?
Hydrosaat-Maschinen vermischen Samen, Wasser, organische Düngemittel wie z.B. Humate, spezielle Klebstoffe und Mulche aus Holzfaser, aus dem dann ein dünnflüssiger Schlamm gewonnen wird. Dieser Schlamm wird unter hohem Druck auf alle betroffenen Stellen gesprayt, wie z.B. Hänge, die sonst schwer zu erreichen sind. Wenn dieser Schlamm getrocknet ist, bildet er eine Art Kruste über dem behandelten Terrain, so dass es gegen Bodenerosion durch Wind und Wasser oder gegen Rutschungen an Böschungen und Hängen geschützt ist. Diese Kruste schützt aber auch die Samen vor dem Auswaschen durch den Regen oder vor Vögeln, die die Samen sonst fressen würden. Durch das schnelle Wurzelwachstum der Rasenpflanzen entsteht ein ausgedehntes Wurzelsystem, das zusätzlich den Boden bindet. Durch die enthaltenen Huminstoffe wird außerdem die Anreicherung von Mikroorganismen unterstützt, so dass sich z.B. Würmer ansiedeln, die für eine gute Drainage und Durchlüftung des Bodens sorgen.
Dadurch, dass die Samen in ständigem Kontakt mit Wasser und Düngemitteln sind, können sie schnell keimen und sich zu gesunden, kräftigen Pflanzen entwickeln. Die Samen werden gleichmäßig aufgespritzt, so dass eine gute Bodenbedeckung geschaffen wird. All diese Vorteile haben die Hydrosaat in den letzten Jahren zu einer beliebten Art der Begrünung von z.B. Autobahnen gemacht. Inzwischen ist diese Art der Begrünung aber auch für den privaten Garten immer beliebter geworden, da das Hydrosaat-Verfahren günstiger ist, als einen kompletten Rasen auf die konventionelle Art anzupflanzen. Außer für neu angelegte Rasenflächen eignet sich das Hydrosaat-Verfahren auch für bestehende Rasenflächen. Man muss nur den Rasen sehr kurz mähen und dann mit dem Hydrosaat-Verfahren behandeln. Innerhalb kürzester Zeit werden schwach begrünte Stellen auf der Rasenfläche dichter und grüner. Nicht nur Rasen kann mit dem Hydrosaat-Verfahren angepflanzt werden, sondern auch farbgebende wildwachsende Blumen, die je nach Lage auf der Sonnenseite oder Schattenseite von Hängen ausgesucht werden können. Wildwachsende Blumen werden entweder im Herbst oder im Frühling angepflanzt.
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